Die Kalksteinstufen gehören zu den vollständigsten antiken Theatern im östlichen Mittelmeerraum; ihre akustische Geometrie ist bei modernen Sommerfestivals noch immer funktionsfähig. Ausgrabungen, die 1934 begannen, legten nicht nur das Theater frei, sondern auch ein angrenzendes Heiligtum des Apollo Hylates, Hausmosaike, die Achilles darstellen, und ein Nymphäum, das von einem Aquädukt gespeist wurde – Zeugnisse einer Stadt, die von der hellenistischen Herrschaft bis zum byzantinischen Niedergang florierte.
Zwölf Kilometer östlich erhebt sich die Burg Kolossi als quadratischer Steinkern, der 1454 von den Johannitern errichtet wurde und ein früheres, bei Mamluken-Überfällen zerstörtes Kreuzritterbauwerk ersetzte. Die dreistöckige Festung diente als Residenz des Großkomturs und als administratives Herz der mittelalterlichen Zuckerindustrie Zyperns; riesige Zuckerrohrplantagen erstreckten sich über die Ebene von Limassol, und in den Kellergewölben der Burg wurden Fässer mit Commandaria, dem in ganz Europa exportierten bernsteinfarbenen Dessertwein, gelagert. Fresken im oberen Saal zeigen die Kreuzigung und heraldische Schilde des Ordens, während die Zinnen auf dem Dach einen ungehinderten Blick auf die Bucht von Episkopi und die Ausläufer des Troodos-Gebirges bieten.
Ein Tagesausflug von Paphos nach Limassol verbindet diese beiden Denkmäler auf einer Strecke von vierzig Kilometern entlang der Küste und zeichnet Zyperns vielschichtige Vergangenheit von der hellenistischen Säulenreihe bis zum fränkischen Wall nach. Die Route folgt der Küstenstraße B6 durch Pissouri und Erimi und passiert Johannisbrotplantagen und Kalksteinbrüche, die sowohl antike Steinmetze als auch mittelalterliche Baumeister belieferten. Die Lage von Kourion auf einer Klippe setzt Besucher in der Mittagshitze bei minimalem Schatten aus; das kompakte Innere von Kolossi bietet Erholung, aber nur begrenzte Belüftung. Der kombinierte Eintritt kostet sieben Euro, und beide Stätten sind täglich von halb neun bis halb acht geöffnet, wobei eine Ankunft am Morgen hilft, die Touristenbusse in den Sommermonaten zu vermeiden. Die Gegenüberstellung – antike Freiluftruine und befestigter mittelalterlicher Turm – macht das historische Kontinuum der Südküste im Stein lesbar.